Wenn-du-nicht-wärst-Gedicht

„Wenn du nicht wärst, wär‘ alles gut.
Ich wäre stark und hätte Mut!
Ich hätte endlich ein Gesicht!“
klagt laut ein Wenn-du-nicht-Gedicht.
Wenn-du-Gedichte träumen gern
von all dem, was sie gerne wär’n,
wenn niemand sie dran hinderte,
sondern die Ängste linderte,
die es nicht machen lassen tun,
was sie so gern zu tun geruh’n.
Er ist es Schuld, dass nichts gelingt,
dass sie nicht schreibt, nicht tanzt,
nicht singt.
Wenn er nicht wär‘, wär‘ sie bekannt
in jeder Stadt im ganzen Land.
Selbst wenn er ihr Mut machen will,
ruft sie empört:“Sei du nur still,
denn du bist ja an allem Schuld!“
Hier reißt der Faden der Geduld.
„Wenn ich nicht wär‘, müsstest du geh’n
und auf den eig’nen Füßen steh’n.
Du selber bist es, die sich mindert
und Kreativität verhindert!
Ich gehe jetzt! Dann wird dir klar,
dass ich gar nicht dein Gegner war!“

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