Vom Pferd erzählen, Teil 7

"Ja, springen müssen wir." sagte Matthi.
"Aber nicht hoch und nicht weit, sondern in unsre Seele hinein."
"Wie sssoll dasss tenn gehen?" fragte Dora.
"Und wo isss dasss üpherhaupt!"
"Ich habe von solch einem Ort noch nie gehört!" behauptete Alma. 
"Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es so einen Ort überhaupt gibt!"
"Und wenn doch, gibt es dort ganz bestimmt Löwen und Schlangen!"
wehrte sich Hulda gegen die Richtung, die das Gespräch nahm.
"Es gibt dort nur das, was schon in uns ist!"
Matthi wackelte mit den Ohren.
"Wenn wir diesen Sprung wagen, finden wir vielleicht die Antwort darauf, 
wie ihr euch gegen die Tierfresser wehren könnt. Hufe und Zähne werden 
dabei nicht reichen."
"Ja, ja, sssiii haphen Drohnen und Internet!"
"Ich habe auf dem Weg hierher Kräuter gesammelt." Mathhi steckte seinen Kopf
in den Stoffsack, der um seinen Hals hing.
"Wir müssen diese Kräuter nur ins Feuer werfen und den Rauch einatmen.
Und dann müssen wir springen." erklärte Matthi.
"Aber wie sollen wir springen und wohin?"
Es war Dorano, der diese ganz einfache Frage stellte, die allen durch den Kopf ging.
"Wenn ihr das Kraut geatmet habt, seht ihr das Tor, durch das ihr springen müsst! 
Also, wollt ihr euch auf das Risiko einlassen?"
"Risssikkooo?" kreischte Dora. "Davon hasss tu noch kar nichtsss gesssagt. 
Wasss denn für ein Risssikkooo!"
"Der Weg nach Innen ist einfach, wenn man das Kraut geatmet hat, aber den Weg zurück 
muss jeder für sich alleine finden. Es kann sein, dass ihr euch verirrt und lange 
wie in einem Labyrinth herumlauft, bevor ihr es schafft, zurückzukommen."
"Wenn man es schafft!" bemerkte Dorano, der sich erinnerte, dass Matthi manchmal nicht 
genau wusste, wo was war.
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