Treppengedicht

Ein Gedicht steigt die sehr steilen Treppen hinauf,
irrt verwirrt auf und ab in rasant schnellem Lauf,
klettert Stiegen nach oben, stürzt Stufen herab.
Es eilt voller Verzweiflung treppauf und treppab,
denn es kann nicht begreifen, dass hier niemand sieht,
wie es ernsthaft bedroht wird und vor Gefahr flieht.
Es rast atemlos hastend von Türe zu Tür,
will auf jeden Fall leben, doch weiß nicht, wofür.
Klopft an vielerlei Orten
gegen Tore und Pforten.
Nimmt manches in Kauf.
Doch niemand macht auf.
Denn gar keiner glaubt ihm, dass man es bedroht.
Die Welt ist so grausam und seelisch verroht.
Deswegen ist das Gedicht nun mausetot.
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