Sonett vom 12.08.2017

Sonette zu schreiben ist sicher nicht schwer.
Ich will es versuchen und fahre ans Meer.
Im glasklaren Wasser: ein fettes Sonett.
Das fang‘ ich und schreibe auf sein Etikett:

„Elf Silben, vier Zeilen! Das kommt dann noch mal!“
Ich hebe es hoch, roll‘ es in meinen Schal.
Geborgen und warm ruht es nah meinem Herzen.
Es fehlen nur noch die zu suchenden Terzen.

Er bleibt unvollkommen, mein erster Versuch
Statt elf hab‘ ich zwölf Silben in meinem Buch.
Doch sicher kann ich diese Schmach schnell verschmerzen

und suche nach perfekt getakteten Terzen.
Mir bleibt keine Wahl, als vor Scham zu erbleichen
und mich nun klammheimlich von dannen zu schleichen.

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Posted in Gedichte.