Schreibmuskel 0005

Der nächste Sinn, dem ich mich zuwenden möchte, ist der Geruchssinn. Bei der olfaktorischen
(olfacere = riechen) Wahrnehmung können außer den Geruchsreizen auch noch andere taktile,
chemische oder Geschmacksreize Auslöser sein. Manche Gerüche werden nicht bewusst wahrgenommen
und können das Verhalten des Menschen beeinflussen.
Lebewesen sondern Gerüche ab, um ihre Umwelt zu beeinflussen. Das kann ein würziges Aroma sein
oder Fäulnisbakterien, um Fliegen anzulocken. Es kann herb oder süß riechen, verführerisch oder
penetrant. Die Charakterisierung der Düfte kann lauten: verbrannt, frisch, modrig, faulig, erdig,
stinkig, dreckig, speckig, gärig, sauer, basisch, seifig wie eine Lauge, miefen, müffeln ….
Wobei die Blüte duftet und der Abfall stinkt.
Die Aktivität des Riechens zu benennen, finde ich schwierig. Es gibt so wenig Worte dafür. Vielleicht
weil dieser Sinn so weit außerhalb der bewussten Wahrnehmung liegt.
Ich komme nur auf: riechen, schnüffeln, schnuppern, wittern, beschnoben, in die Nase steigen,
flehmen (bewusstes Wittern mit offenem Maul), das Bouquet oder Bukett eines Weines einatmen,
der Duft, den die Aromen versprühen,
Morgens freue ich mich über den Duft des Kaffees, den Geruch des Duschgels und des Shampoos. Gehe ich
aus dem Haus, laufe ich an einer Hecke vorbei und schnuppere pflanzliche Ausdünstungen aber auch die
Hundescheiße, die dort hinterlassen wurde.
Den ganzen Tag umgeben mich Gerüche.

Davon inspiriert, schreibe ich:

Hase wackelt mit der Nase.
Gas steigt auf in seine Nase.
Schinken stinken.
Schufte duften.
Schweiß riecht man, wenn Menschen schuften.
Wie Lavendel riecht wie Mama,
macht sie sich chic für Papa.
Schokoduft hat mich verführt,
wenn die Oma Pudding rührt.
Die Aromen von Zitronen
sollen in dem Kuchen wohnen.
Ganz egal, ob Duft, ob Mief.
Dies wird mein Geruchs-Archiv!

Sollte man sich auf jeden Fall anlegen,
um darauf zugreifen zu können.

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