Normalerweise

Normalerweise bin ich wie ein Hund.
Doch jetzt schnurre ich wie eine Katze.
Normalerweise bin ich ganz rund.
Doch jetzt bin ich eckig und kratze.
Ich bin eigentlich ganz zufrieden und leicht,
doch die Werbung hat bei mir gewirkt und erreicht,
dass mein Leben mich nicht mehr zufrieden macht.
Das ging unbemerkt. Schneller, als ich gedacht,
schlichen sich die Parolen
in Haare und Sohlen,
um dem Denken und Fühlen den Willen zu schwächen
und mich zu bestechen
mit süßen Bildern davon, wer ich sei.
Ich bin nicht mehr frei,
ich selbst zu sein.
Ich diene allein
dem schönen Schein.
Weiß nicht mehr, wer ich bin.
Darum fehlt mir der Sinn
in der Sinnlosigkeit
purer Wirtschaftlichkeit.
Normalerweise lief ich jetzt davon.
Doch wer traut sich das schon?

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Posted in Gedichte.