Nicht vorbereitet, um Gott zu begegnen


Als ich die Stimme rufen hörte,
verschloss ich die Ohren.
Aus den Kopfhörern meines Smartphones
fanden anbrandende Töne
den Weg
in mein verwirrtes Gehirn.
Die bunten Bilder auf seinem Display
strahlten und malten
mir Glücksbringer
hinter die Stirn.
Die Töne und Bilder wurden zur Kette
und ich eine willige Marionette.

Eine ganz leise Stimme.
Sie will mit mir sprechen.
Sie will sich empören.
Ich will sie nicht hören.
Ich hatte mich abgewendet von Gott.
Ihm erneut zu begegnen?
Nein!
Niemals stand mir der Sinn danach!
Nicht vorbereitet, um Gott zu begegnen,
wird er mich nicht segnen.
Spricht hier das Gewissen?
Nur kein Gewissen
ist Ruhekissen.
Jedoch das Gewissen
ist ziemlich gerissen.

Es zeigt mit dem Finger 
auf sterbende Bäume,
auf kleine Insekten,
von denen ich träume.
So leise ist es,
dass es schon fast schmerzt.
Ich will es versuchen
und öffne beherzt
die verschlossenen Sinne.

Und die Stimme ruft leise:
"Mach hinne! Mach hinne!"
Veröffentlicht in Über das Schreiben.