M.M. vom 15.5.2018

Moni Meloni schreibt an ihre Mutter:
„Wie immer ist bei mir rein gar nichts in Butter!
Mein Leben ist furchtbar! Nur Ärger und Frust!
Hast du das bei meiner Geburt nicht gewusst?
Kein Mann! Keine Kinder! Kein Job weit und breit!
Mein Alltag besteht nur aus Kummer und Leid!
Warum hast du mir diesen Körper gegeben?
Ich wär‘ lieber tot, als so weiter zu leben!“
Die Mutter schreibt:“ Moni, ich kann dich verstehen!
Doch hast du schon mal aus dem Fenster gesehen?
Der Himmel ist blau und die Sonne scheint hell.
Der Mondwolf erfreut uns mit seinem Gebell,
wenn er in der Nacht die Gedanken vertreibt,
die die Seele verdüstern.
Was dann übrig bleibt
sind die funkelnden Sterne,
die am Firmament strahlen
und mit ihrem Leuchten den Kosmos bemalen.
Ich bitte dich, schreibe auf Blatt und Papier
über all diese Dinge, die, größer als wir,
nach dem Tod von uns bleiben,
weil wir sie beschreiben
und ihnen durch uns eine Ehre erweisen,
indem wir sie preisen.
Dein Leid kann ich so nicht verbrennen,
doch manchmal hilft es zu erkennen,
dass wir in Gott geborgen sind!
Mehr weiß ich leider nicht,mein Kind!“
*

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Posted in Gedichte.