Gott weint

Die Lichtkegel der Scheinwerfer gleiten durch die grauen Wolken.
Dort, wo ihr heller Kreis die dunkle Formlosigkeit erfasst, sieht
man die Regentropfen zu Boden fallen und auf den ebenfalls grauen
Asphalt klatschen.
Die kichernden Geister, die oben auf den Wolken sitzen, patschen in
die Hände und lassen die Wassertropfen zwischen den Händen aufspritzen.
Gott schaut von oben auf die Geister und auf die Wolken und auf den
grauen Asphalt. „Wer hat meine schöne Erde so zugenäht mit Streifen aus
grauem Geschmier? Keine Wege sind mehr frei, auf denen die Lebewesen
umherstreifen können.“ Die Regentropfen, die aus den Wolken fallen, sind
Gottes Tränen. Aber es sind Tränen der Wut. Gott beißt die Zähne zusammen,
um noch mehr Wasser aus den Wolken herauszuquetschen. Weil der Asphalt
überall die Erde verstopft, steigt und steigt das Wasser, so dass auch den
kichernden Geistern das Lachen im Halse stecken bleibt.
Unten auf der Erde gehen die Lichter aus. Die Wolken ziehen ihre Bahn immer
wieder und wieder um die Erde herum. Es hört einfach nicht auf zu regnen,
denn Gott lobt die Wolken und lässt seine mildtätige Hand durch das steigende
Wasser gleiten.

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