Gedichtete Suppen

Von Egon Pfeffer gedichtete Suppen
sind nicht nur köstlich für Bären und Puppen.
Sie eignen sich vor allen Dingen
für Menschen, die gern Lieder singen,
denn durch ihren Anteil an Emser Salz
lindern sie Schmerzen hinten im Hals.
Seine Suppe aus grob geriebenem Senf
wird geliebt von den Wanderarbeitern in Genf.
Seine Suppe für glücklich getraute Bräute
überreicht er im Sektkelch bei Glockengeläute.
Er kocht sogar Suppen aus Nelken und Rosen
und Mülleimersuppen aus alten Dosen.
Geheim ist die Suppe aus alten Damen,
die zufällig in die Küche kamen
und, angereichert mit Elefanten,
die leider den Weg hinaus nicht kannten,
uns unsere alten Tage versüßen,
in denen wir unsere Sünden verbüßen.
Um der Wahrheit am Ende die Ehre zu geben:
Ich habe noch niemals in diesem Leben
eine von diesen Suppen gekostet.
Deswegen sind sie auch alle verrostet.

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