Einfach schreiben

Das Unterbewusstsein kann es gar nicht leiden, wenn man
sich zu wichtig nimmt. Es liebt das zweckfreie, offene
Spiel des Geistes, in dem alles kommen und gehen kann,
wie es ihm gerade behagt. Hält der Mensch, der schreibt,
sich für einen großen Künstler, der auf jeden Fall nur
großartige Sachen zu Papier bringt, muss er damit rechnen,
dass man ihm eine lange Nase dreht und die spielende
Kreativität ihm den einen oder anderen Kuckuck in das
allzu schlaue Gedankennest legt. Dann findet der Kritiker
in dem ihm hochnäsig überreichten Text schnell das eine
oder andere faule Ei, das er auf den allzu klugen Dichter
zurückschmeißen kann.
Der unsterbliche, schöpferische Geist ist wie der Narr im
Tarot. Er kann jede Gestalt annehmen und sich in alles verwandeln,
was ihm möglich erscheint. Darum nehmt euch den Rat zu Herzen,
so einfach wie ein spielendes Kind die Worte auf das Papier
fließen zu lassen und euch nicht zu wichtig zu nehmen.
Die allergrößte Freiheit liegt in der absichtslosen
Einfachheit.

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