Ein Gedicht liebt es zu gähnen

Ein Gedicht liebt es zu gähnen.
Soll es sich denn dafür schämen,
dass es immer müde ist
und das Arbeiten vergisst?
Müßiggang ist gar kein Laster.
Arbeitet der Mensch, verpasst er
in dem Leben das Vergnügen.
Anstatt hier in vollen Zügen
dieses Leben zu genießen,
wird die Arbeit ihn verdrießen.
Sie lässt ihn verdrießlich werden.
Statt in dieser Zeit auf Erden
an dem Busen der Natur
sich genüßlich satt zu trinken,
ruiniert er Wald und Flur.
Statt ins Leben einzusinken,
aufzublühen, einzutauchen,
lernt er, die Natur zu schlauchen,
auszubeuten, zu vergiften
und in Träume abzudriften,
die Computer ihm vergaukeln
und ihn immer höher schaukeln
in die virtuelle Welt,
die den Blick auf das verstellt,
was Mutter Natur ihm bot.
Die ist leider fast schon tot.
Lasst Gedichte lieber gähnen
anstatt sich für sie schämen.
Macht aus Menschen Müßiggänger,
dann lebt auch die Erde länger.
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