Dumme Gedichte

Zwei Gedichte sind zerstritten,
kommen zornvoll angeritten,
kämpfen wie die wilden Ritter,
sterben beide. Das ist bitter.
*
Zwei Gedichte wollen streiten.
Man sieht sie auf Pferden reiten.
Wie sie hauen! Wie sie stechen!
Keiner will darüber sprechen,
denn man weiß: vorm Abendrot
sind sie alle beide tot.
*
Zwei Gedichte kollidieren,
während sie, auf bösen Stieren
sitzend, aufeinander schlagen.
Ihren Tod muss man beklagen.
*
Zwei Gedichte sind befehdet,
weil keiner mit keinem redet.
Mit den Schwertern starr und stumm
hauen sie sich beide um.
*
Zwei Gedichte, die nicht schnallen,
dass sie aufeinanderprallen,
weil sie nicht geredet haben,
werden feierlich begraben.

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