Das verbotene Zimmer

Als Vater auf Reisen,
schlich ich mich auf leisen,
nicht quietschenden Sohlen,
in sein mir verbotenes Zimmer hinein
und tat endlich alles, was nicht sollte sein.

Er wird mich versohlen.

Denn der ihm zustehende, ruhige Platz
war nun einmal im Leben mein schattiger Schatz.

Ich lag dort betrunken,
in Daunen versunken
und wusste, dass ich nicht willkommen war.
Die Decken zerkratzten mein lockiges Haar
und die Kissen, sie rülpsten Federn
auf Matratzen und Kunststoffzedern,
spritzten ärgerlich Fett 
auf das glatte Parkett.
Seine Dinge sahen mich böse an,
und haben mir warnend gedroht.
Die aus Seide gewebte Kostbarkeit 
ist nur noch ein Teppich voll Kot.

Und damit ich ihn wirklich schocke:
Ich darauf die verlorene Socke.
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