Johnny


W. H. Auden (1907-73)4     "O the valley in the summer where I and my John"

O the valley in the summer where I and my John 
Beside the deep river would walk on and on 
While the flowers at our feet and the birds up above 
Argued so sweetly on reciprocal love, 
And I leaned on his shoulder; ‘O Johnny, let’s play’: 
But he frowned like thunder and he went away. 

O that Friday near Christmas as I well recall 
When we went to the Charity Matinee Ball, 
The floor was so smooth and the band was so loud 
And Johnny so handsome I felt so proud; 
‘Squeeze me tighter, dear Johnny, let’s dance till it’s day’: 
But he frowned like thunder and he went away. 

Shall I ever forget at the Grand Opera 
When music poured out of each wonderful star? 
Diamonds and pearls they hung dazzling down 
Over each silver or golden silk gown; 
‘O John I’m in heaven,’ I whispered to say: 
But he frowned like thunder and he went away. 

O but he was as fair as a garden in flower, 
As slender and tall as the great Eiffel Tower, 
When the waltz throbbed out on the long promenade 
O his eyes and his smile they went straight to my heart; 
‘O marry me, Johnny, I’ll love and obey’: 
But he frowned like thunder and he went away. 

O last night I dreamed of you, Johnny, my lover, 
You’d the sun on one arm and the moon on the other, 
The sea it was blue and the grass it was green, 
Every star rattled a round tambourine
Ten thousand miles deep in a pit there I lay: 
But you frowned like thunder and you went away.

1937 (From W. H. Auden:Collected Poems. Ed. Edward Mendelson. 
Franklin Center, PA: The Franklin Library, 1976)

 

Mit Herz und Verstand

Der Verstand:
"Dem Herzen zu folgen, heißt schmerzhaft zu leiden,
und willst du die Schmerzen im Herzen vermeiden,
dann musst du vermeiden, von Liebe zu schreiben.
Auch wenn es dich lockt, rate ich, lass es bleiben.
Denn selbst wenn dein Herz laut und klar zu dir spricht,
will ich immer warnen: 'Nein! Folge ihm nicht!' "

Das Herz:
"Folgst du alleine dem Verstand,
gibst du dein Leben aus der Hand,
denn Menschen sind nicht hier auf Erden,
um vom Verstand gelenkt zu werden.
Sie sollen liebend vorwärts schreiten,
um ihre Herzen zu erweiten.
Wenn Menschen klar zu denken lernen,
führt sie das einst zu fernen Sternen.
Doch nur wenn auch die Liebe spricht,
vernichten sie die Sterne nicht!" 


Mein sturmgepeitschter Wanderschuh


Mein sturmgepeitschter Wanderschuh
hat endlich wieder seine Ruh'.
Was hat ihn nur so müd' gemacht?
Ich bin mit ihm die ganze Nacht
den Berg hinauf geklettert.
Nun ist er ganz durchwettert.
Er liegt zufrieden am Kamin.
Ein Feuerschein fällt warm auf ihn.
Mir blieb ein Schuh! Der andre fiel
in eine Schlucht mit Stumpf und Stiel.
Ich opferte ihn stumm der Schlucht
und habe nicht nach ihm gesucht.
Auf einem Bein
humpelte ich heim
und muss nun wohl erwägen,
mir ein Bein abzusägen.

Die Göttin, sie badet in leuchtenden Farben

Gott badete in seinen leuchtenden Farben,
die mit jeder sinkenden Sonne verstarben
und einfach verschwanden, bis sie dann am Morgen
stets wieder erschienen. Nur scheinbar verborgen
in dem Licht verschlingenden Dunkel der Nacht,
hat Sonne sie wieder zum Leuchten gebracht.
Die Sonne ist göttlich,
denn Göttin ist sie.
Wir bitten ihr Strahlen:"Verlasse uns nie!"