Befremdlicher Dialog

„Guten Tag, mein Herr.“
„Guten Tag, mein Herr, ich begrüße Sie.“
„Ich begrüße Sie auch und möchte Sie fragen,
was Sie von der fremdländischen Dame halten,
die bei uns eingezogen ist.“
„Also eingezogen ist sie, das muss man sagen.
Aber sie ist mir trotzdem noch fremd.“
„Ja, kein Wunder. Sie ist ja eine Fremde.
Fremde fühlen sich immer fremd an.“
„Aber nur, bis man vertraut mit ihnen ist.“
„Sie wollen sich also mit der fremdländischen
Frau vertraut machen?! Das finde ich unerhört!“
„Aber sie hat mich ja noch gar nicht erhört.
Oder ich habe mich verhört. Das könnte auch sein.
Aber eigentlich ist das gar nicht möglich, weil
ich sie noch gar nicht um ihre Vertrauen gebeten
habe.“
„Sie wollen sich tatsächlich mit der fremden Dame
gemein machen? Das finde ich sehr befremdlich!
Am Ende sind wir uns dann fremd!“
„Das wäre beklemmend! Dann reichen wir uns doch
lieber die Hände gemeinsam mit der fremden Dame!
Denn wenn man sich kennt
ist man sich nicht mehr fremd!“

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Posted in Gedanken.